02|05|2018

Nordwest Zeitung 

Piloten landen auf Klinik-Dach

Evangelisches Krankenhaus baut Notaufnahme aus – Landeplatz öffnet

Text von Christoph Kiefer, Luftbild von Sascha Stüber

Oldenburg. Das Evangelische Krankenhaus Oldenburg investiert 40 Millionen Euro in einen Neubau. Der Hubschrauberlandeplatz geht als Erstes in Betrieb.

"Ein großer Schritt für unser Haus, und ein großer Schritt für die medizinische Versorgung der Region.“ Armin Sülberg ist stolz auf das Bauprojekt, das – von Autofahrern und Passanten interessiert beobachtet – seit Ende 2016 an der Auguststraße in die Höhe wächst. 40 Millionen Euro soll es kosten, 32 Millionen steuert das Land zu. „Acht Millionen bringen wir aus eigenen Mitteln auf“, sagt der Vorstand des Evangelischen Krankenhauses. „Aber wir sind seit mehr als zwei Jahren aus den roten Zahlen, wir können das leisten.“ In wenigen Wochen fallen die Außengerüste. Der Hubschrauberlandeplatz wird als Erstes fertig; er soll spätestens ab Juni angeflogen werden. Der Funktionstrakt ist für den Vorstand des Evangelischen Krankenhauses die Antwort auf „viele wichtige Aufgaben“.

Das Allerwichtigste: der Ausbau der Zentralen Notaufnahme. Schwerstverletzte sollen künftig nach Kriterien des sogenannten Schwerstverletzungsartenverfahren versorgt werden. Diese Kompetenzen weisen nur wenige Häuser in Niedersachsen nach. Besondere Diagnose- und Therapiemöglichkeiten – darunter Röntgen und Computertomographie – stehen direkt in der Notaufnahme bereit. Die Anlaufstelle, bislang vor allem von Assistenzärzten besetzt, erhält Facharzt-Stellen. „Es sollen schnell die nächsten Schritte für eine optimale Versorgung veranlasst werden“, sagt Sülberg. Rettungshubschrauber können auf dem Klinikgelände landen. „Wir gewinnen wertvolle Minuten, die vor allem bei der Trauma-Behandlung so wichtig sind.“ Die alte Notfallaufnahme sei für 12000 Patienten im Jahr ausgelegt, „mittlerweile sind wir bei 40000“, sagt Sülberg. „Damit haben wir eine der größten im Land.“ Es gebe zwar seit etwa eineinhalb Jahren eine etwas verbesserte Zwischenlösung. „Aber es ist trotzdem viel zu eng; eine irre Belastung für Mitarbeiter und Patienten“. Im Frühherbst, so rechnet der Bauverantwortliche des Evangelischen, Hans-Jürgen Bethge, wird die neue Zentrale Notaufnahme den Betrieb aufnehmen. Die Zufahrt führt weiter von der Auguststraße über den – bis Herbst gepflasterten – Hof zum Erdgeschoss im Neubau.

© NWZ [2018]

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